DSGVO: Datenschutz-Defizite wohin man schaut

11 Feb

8 Monate nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung herrschen noch immer Defizite bei der Umsetzung. 18 Prozent der im Rahmen Studie „DSGVO-Index“ von dem Beratungsunternehmen techconsult befragten Unternehmen haben noch nicht einmal mit der Umsetzung der Inhalte der Datenschutz-Grundverordnung begonnen. Dabei gibt es deutliche branchenspezifische Unterschiede. Wenig beachtet wird die DSGVO – man höre und staune – in der öffentlichen Verwaltung.
Vor allem bei den Handelsunternehmen liegt der Anteil bei 27 Prozent und den Industrieunternehmen bei 21 Prozent. Trotz der gewährten Übergangsfrist von zwei Jahren stufen nur 43 Prozent der Befragten ihre unternehmensinternen Prozesse als DSGVO-konform ein. Bei Banken und Versicherungen liegt der Anteil bei 74 Prozent.

Über ein Drittel der befragten Unternehmen benötigen noch mindestens sechs Monate zur vollständigen Anpassung an die DSGVO. Besonders gravierend ist die Lage im Gesundheitswesen. Dort werden 46 Prozent der Unternehmen noch ein halbes Jahr brauchen, um DSGVO-konform zu arbeiten.

Die DSGVO gibt den EU-Bürgern die Möglichkeit, umfassende Betroffenenrechte auszuüben. 39 Prozent der befragten Organisatzionen erhielten bereits Auskunfts-, Berichtigungs-, Sperrungs- oder Löschungsersuchen und mussten innerhalb eines Monats antworten. Besonders großes Interesse haben die Bürger an Daten, die von der öffentlichen Verwaltung gespeichert werden. Dort erhielten bereits 56 Prozent solch ein Auskunftsersuchen.

Entgegen der Auskunftspflicht machen 9 Prozent der Befragten der öffentlichen Verwaltung deutlich, dass sie solche Auskunftsersuchen gar nicht bearbeiten. Sie können es sich leisten: Gegen öffentliche Stellen können keine Bußgelder verhängt werden, wenn sie gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen verstoßen.

Techconsult