Umweltmanagement – Kosten und Nutzen

11 Aug

In welchem Verhältnis stehen Kosten und Nutzen der Umweltmanagementsysteme und Umweltaktivitäten von Unternehmen? Können sie effizienter gestaltet werden? Diesen Fragen geht das Forschungsvorhaben „Optionen für eine flächendeckende Implementierung von Umweltmanagementsystemen“ nach. Das Beratungsunternehmen Arqum GmbH und PricewaterhouseCoopers erarbeiten im Auftrag des Umweltbundesamtes einen Konzeptvorschlag für ein flächendeckendes Umweltmanagement in Deutschland.

Ziel ist es ein Konzept für Umweltmanagement-Anforderungen zu erarbeiten, die für eine Vielzahl von Unternehmen anwendbar sind und perspektivisch auch verbindlich umgesetzt werden können. Im Rahmen des Vorhabens werden Vorschläge zur Ausgestaltung entwickelt, der mögliche Nutzen für Umwelt, Unternehmen und Politik sowie die damit verbundenen Kosten untersucht werden.

Im aktuellen Konzeptentwurf werden Unternehmen anhand ihrer Umweltrelevanz bestimmte Umweltmanagement-Anforderungen zugeordnet. Hierfür sind drei Kategorien vorgesehen:

  • Kategorie 1: In kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) (10 ‐ 249 Beschäftigte) des Sektors Gewerbe,Handel und Dienstleistungen (GHD), sollen das Umweltbewusstsein gestärkt und erste rentable Maßnahmen aufgezeigt werden. Dazu sollen die Unternehmen eine einfache Potenzialanalyse auf Grundlage einer branchenbezogenen Checkliste durchführen.
  • Kategorie 2: KMU des produzierenden Gewerbes und Großunternehmen (> 249 Beschäftigte) des GHD‐Sektors sollen ein Basis‐UMS mit Prozessen, Verantwortlichkeiten, Zielen und Maßnahmenplänen aufbauen und umsetzen. Ziel ist die systematische Hebung von Effizienzpotenzialen und die fortlaufende Verbesserung der Umweltleistung in diesen Betrieben.
  • Kategorie 3: Großunternehmen des produzierenden Gewerbes und Standorte von Unternehmen mit speziellen umweltrechtlichen Anforderungen (z.B. genehmigungspflichtige Anlage nach dem BImSchG) sollen zusätzlich zur Kategorie 2 Prozesse zur Sicherstellung der Rechtskonformität und zur Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr aufgebaut werden.

Die konkreten Umweltmanagement-Anforderungen in den jeweiligen Kategorien sind anschlussfähig an die freiwilligen Umweltmanagementsysteme EMAS und ISO 14001 und bilden damit eine gute Grundlage für eine weiterführende Zertifizierung.

Im nächsten Projektschritt sollen die Anforderungen auf ihre Praxistauglichkeit hin geprüft werden. Hierzu werden derzeit drei Pilotbetriebe gesucht (ein Betrieb pro Kategorie), die erste Schritte hin zu einem systematischen Umweltmanagement gehen wollen. Pilotbetriebe erhalten eine kostenfreie Beratung, praktische Anleitungen, Hilfestellungen bei der Umsetzung eines Umweltmanagements sowie Arbeitsmaterialien aus vergleichbaren Projekten.

Die Beantwortung der Fragen soll rund 15 Minuten dauern und ist anonym. Bis zum 31.8.2020 ist die Teilnahme möglich. Dabei ist es keine Voraussetzung, ein zertifiziertes Managementsystem zu besitzen.

Quelle

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