Weltlage bremst digitale Transformation

23 Jun

Für 94 Prozent der deutschen Unternehmen hat die Digitalisierung zwar durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig erwarten 95 Prozent, dass die Störungen in den Lieferketten nun die Digitalisierung bremsen werden – entsprechend fahren viele ihre Investitionen zurück. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung des Digitalverbandes Bitkom von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten.

92 Prozent haben diese Sorge wegen der hohen Inflationsrate, 78 Prozent wegen steigender Energiekosten und 57 Prozent aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine. Zugleich gehen zwei Drittel (69 Prozent) davon aus, dass in fünf Jahren digitale Geschäftsmodelle von sehr großer Bedeutung oder sogar entscheidend für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg sein werden. in Deutschland.

Im laufenden Jahr investieren 4 von 10 Unternehmen (43 Prozent) mehr in Digitalisierung als noch 2021, davon 28 Prozent eher mehr, 15 Prozent sogar deutlich mehr. 3 von 10 (31 Prozent) halten die Investitionen stabil. Und 17 Prozent fahren die Ausgaben eher zurück, 5 Prozent kürzen sie sogar deutlich. Im kommenden Jahr wollen die Unternehmen stärker auf die Investitionsbremse drücken. Dann wollen nur noch 2 Prozent deutlich mehr für die Digitalisierung ausgeben, 16 Prozent eher mehr. Aber 19 Prozent wollen eher weniger in Digitalisierung investieren, 14 Prozent sogar deutlich weniger. 42 Prozent wollen die Ausgaben verglichen mit dem laufenden Jahr unverändert lassen.

Bei der Beschäftigung mit zukunftsweisenden digitalen Technologien ist die deutsche Wirtschaft zuletzt gut vorangekommen. So geben drei Viertel (74 Prozent) der Unternehmen an, Datenanalyse und Big Data zu nutzen, den Einsatz zu planen oder darüber zu diskutieren, vor zwei Jahren waren es erst 62 Prozent. Beim Internet of Things sind es zwei Drittel (66 Prozent, 2020: 49 Prozent). Jeweils rund die Hälfte nutzen oder beschäftigen sich mit 3D-Druck (53 Prozent, 2020: 51 Prozent) und 5G (51 Prozent, 2020: 38 Prozent). Rund ein Drittel sind es bei autonomen Fahrzeugen (38 Prozent, 2020: 20 Prozent) und Künstliche Intelligenz (37 Prozent, 2020: 28 Prozent). In rund jedem zehnten Unternehmen (9 Prozent) wird Blockchain-Technologie eingesetzt, der Einsatz geplant oder darüber diskutiert (2020: 6 Prozent).

Die große Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass digitale Geschäftsmodelle für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg wichtiger werden. Jedes Vierte (26 Prozent) sagt, dass sie in fünf Jahren eine eher große Bedeutung haben werden, 38 Prozent gehen von einer sehr großen Bedeutung aus und 31 Prozent rechnen damit, dass die Digitalisierung für ihren Geschäftserfolg sogar entscheidend sein wird. Nur 3 Prozent sprechen ihr eine geringe Bedeutung zu. „Es reicht nicht, irgendwas mit Digital zu machen. Es geht darum, das Geschäftsmodell des eigenen Unternehmens sehr gezielt auf die digitale Welt auszurichten“, so Berg.

Unverändert sehen sich zwei Drittel (66 Prozent, 2021: 65 Prozent) der Unternehmen eher als Nachzügler bei der Digitalisierung. Nur 32 Prozent (2021: 34 Prozent) halten sich für Vorreiter, aber wie im Vorjahr meint kein Unternehmen, den Anschluss verpasst zu haben. Nach einer Schulnote für den Stand der Digitalisierung des eigenen Unternehmens gefragt, geben sich die Verantwortlichen nur die Note „befriedigend“ (3,1). Unternehmen mit 2.000 und mehr Beschäftigten schneiden mit der Durchschnittsnote 2,5 etwas besser ab, jene mit 500 bis 1.999 Beschäftigten kommen auf eine 3,0.

Zahlreiche weitere Ergebnisse der Befragung finden Sie hier