Potenziale von Web3 sind in Deutschland kaum bekannt

20 Mrz

Nur jede:r siebte Entscheider:in in deutschen Unternehmen kennt das Konzept Web3. In sieben von zehn deutschen Digitalunternehmen ist wenigstens Grundlagenwissen vorhanden. Das geht aus dem Web3 Readiness Report hervor, den der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. veröffentlicht hat. Der Report, für den 50 Entscheider:innen in Mitgliedsunternehmen und 1.011 privatwirtschaftliche Entscheider:innen befragt wurden, zeigt zudem eine unterschiedlich stark ausgeprägte Bereitschaft, Web3-Technologien zu nutzen.

Web3 bezeichnet ein neues Paradigma für Anwendungen, die auf dezentralen Netzwerken basieren, insbesondere auf der Blockchain-Technologie. Dieser Ansatz stellt eine Verschiebung von zentralisierten Modellen des Web2 dar, bei denen Daten und die Kontrolle über diese in den Händen einiger großer Unternehmen liegen, hin zu einer durch den Nutzer*innen gesteuerten und verantworteten digitalen Gesellschaft. Der Report zeigt, dass das Verständnis und die Akzeptanz von Web3-Technologien noch ausbaufähig sind. Vielen Befragten ist der ROI von Web3-Maßnahmen noch nicht klar, es mangelt vielerorts zudem an konkreten Anwendungsfällen zu den grundlegenden Herausforderungen.

Von den BVDW-Mitgliedern hat ein Drittel aktiv Web3-Projekte implementiert und erkannt, dass Technologien wie Smart Contracts und NFTs für den zukünftigen Erfolg wichtig sind. Dafür sind sie auch im Austausch mit spezialisierten Unternehmen. Knapp ein Viertel der Befragten arbeitet bereits mit Web3-Organisationen und Berater*innen zusammen. 14 Prozent befinden sich in Gesprächen. Von den für die Studie befragten privatwirtschaftlichen Entscheider*innen kennen nur 14 Prozent das Konzept hinter Web3. Bei den BVDW-Mitgliedern liegt der Wert bereits bei 45 Prozent. Für sie zeigen sich die Potenziale von Web3 vor allem im Erschließen neuer Einnahmequellen und dem Aufbrechen traditioneller Geschäftsmodelle.

Für den BVDW ergeben sich aus den Ergebnissen des Reports klare Handlungsbedarfe. Um die digitale Transformation in Deutschland voranzutreiben, sind Aufklärung und Weiterbildung im Bereich Web3 essenziell. „Wir stehen am Anfang einer spannenden Entwicklung, die das Potenzial hat, unsere digitale Landschaft nachhaltig zu verändern. Das unterstreicht auch der Readiness Report. Es ist nun entscheidend, dass wir die identifizierten Wissenslücken schließen und die Digitale Wirtschaft in Deutschland optimal auf die Möglichkeiten von Web3 vorbereiten“, sagt Lea Horn, stellvertretende Vorsitzende im Ressort Metaverse und Patin für das Lab Web3 (Principal Consultant, Digital Experience, Arvato Systems).

Um der Öffentlichkeit das Thema Web3 näherzubringen, führte der BVDW bei der DMEXCO 2023 bereits eine POAP-Aktion (POAP = Proof of Attendance Protocol) durch. Bei dieser konnten Besucher*innen dreier BVDW-Masterclasses exklusive digitale Tokens zu den Themen Web3, Metaverse und Künstliche Intelligenz sammeln. Insbesondere Besucher*innen der Web3- (64 Prozent) und der Metaverse-Masterclass (49 Prozent) nutzten die Möglichkeit, einen POAP zu „minten“. Dabei wird eine digitale Datei in ein tokenisiertes Sammelobjekt umgewandelt. Eine Umwandlung oder Löschung des digitalen Objekts ist nach der Speicherung auf der Blockchain nicht mehr möglich.

Der Web3 Readiness Report 2024 und die POAP-Aktion bei der DMEXCO zeigen, dass das Wissen um Web3 und seine Implikationen ausbaufähig ist. Auch wenn vielerorts das große Potenzial der neuen Technologien und der damit verbundenen Applikationen gesehen wird, gibt es Bedarf an weiterer Aufklärung, um die breite Akzeptanz und das Verständnis dieser Technologien zu fördern.

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